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drum-test online – Homerecording: Homerecording-PC und Audio-Interface


Teil 1: Grundsätzliches | Teil 2: Recording-PC und Audio-Interface | Teil 3: Mikrofone



Der Recording-PC

Der PC muss nicht zwingend auf dem aktuellsten Stand sein, doch solltest Du natürlich darauf achten, dass er den Anforderungen genügt. Die CPU sollte möglichst schnell sein. Gib jedoch nicht Unmengen für den schnellsten Intel oder AMD aus, denn gerade die neusten und schnellsten CPU sind unverhältnismäßig teuer. Das Geld ist an anderer Stelle besser aufgehoben. Wichtig ist in diesem Zusammenhang ebenfalls, dass der Lüfter nicht zu laut sein darf. Der ein oder andere Boxed-Lüfter vermittelt unter Umständen das Gefühl, dass man in einer Einflugschneise wohnt. Das Mainboard sollte nicht im unteren Preissegment gewählt werden, um Geld zu sparen. Ein vernünftiger Chipsatz eines Markenboards ist Pflicht, ebenso wie Firewire (USB ist sowieso vorhanden). Die Festplatte muss über eine hohe Speicherkapazität verfügen, da die Dateien bei der Aufnahme unkomprimiert sind (.wav) und viel Platz einnehmen. Bei mehreren Spuren und mehrminütigen Aufnahmen kommen so schnell viele hundert Mega- bis mehrere Gigabyte zusammen! Die Festplatte sollte auch über möglichst hohe Drehzahl verfügen, damit die Daten schnell gelesen und gespeichert werden. Dies ist auch der Grund, warum der Arbeitsspeicher nicht zu klein ausfallen sollte: der PC arbeitet bei der Aufnahme mit sehr großen Dateien. Ist zu wenig RAM vorhanden, dann wird der Computer bei zunehmender Länge der Aufnahme immer langsamer. Letztendlich kann es passieren, dass sich kaum mehr was tut und Du rebooten musst – Deine schöne Aufnahme ist weg. Damit dies nicht passiert, sollte der Arbeitsspeicher so groß wie möglich ausfallen. Verzichte lieber auf die schnellste CPU, welche deutlich überteuert ist und investiere dafür in vernünftigen RAM. Mindestens 2 Gigabyte sollten drin sein, 4 wären natürlich ideal. Eine funktionstüchtige Grafikkarte darf natürlich auch nicht fehlen. Hier kann man ruhig ein Modell kaufen, welches schon eine ganze Zeit auf dem Markt ist und sich bewährt hat. Die Anwedungen im Bereich des Homerecordings verlangen in der Regel keine anspruchsvolle Grafikdarstellung. Viele verwenden jedoch gerne zwei Monitore. Dies erleichert die Arbeit oftmals, da man viele verschiedene Fenster, Ordner usw. auf diese beiden Monitore verteilen kann.






Recording-Karte und Audio-Interface

Wir haben nun die Mikrofone und einen PC. Die in den meisten PCs verbauten (Onboard-Soundkarten) helfen uns jedoch nicht weiter. Das Problem ist, dass diese Soundkarten in der Regel nur über einen Kanal verfügen und somit auch nur eine Spur aufnehmen können. Das aufgenommene Audiosignal wird außerdem noch Störgeräusche enthalten. Wir benötigen eine spezielle Recordingkarte bzw. ein sogenanntes Audio-Interface. Im Grunde handelt es sich bei beiden um das Gleiche. Die im Rechner eingebaute PCI-Karte und das über FireWire oder USB angeschlossene Audio-Interface verrichten die gleiche Arbeit. Externe Soundkarten, welche ein eigenes Gehäuse besitzen, werden jedoch häufig als Audio-Interface bezeichnet. Beide bieten eine hochwertige Signalverarbeitung, eine normale Consumerkarte stößt hier bereits an ihre Grenzen. Der wichtigste Grund lautet jedoch: Es lassen sich je nach Recordingkarte mehrere Spuren gleichzeitig aufnehmen und abspielen. Das ist genau das was wir vorhin bereits besprochen haben. Wir wollen die Spuren einzeln vorliegen haben, um sie bearbeiten zu können. Eine Recordingkarte besitzt außerdem eine geringere Verzögerung (wenige Millisekunden) bei der Übertragung der Audiosignale, was enorm wichtig ist. Die Eingänge für die Mikrofone befinden sich jedoch nicht direkt an der Soundkarte, sondern sind in ein externes Gerät ausgelagert, die sogenannte »Breakout-Box«. Der Grund dafür ist, dass elektromagnetische Felder im PC Störungen bei der Aufnahme verursachen können. Die Breakout-Box verfügt über Preamps (Vorverstärker) für die Mikrofone und sollte auch über eine Phantomspeisung (zusätzliche 48V-Spannung) enthalten. Diese besondere Spannungsversorgung wird für Kondensatormikrofone benötigt.

  • breakout box von Hoontech

Vorder- und Rückseite einer Breakout-Box

Die Breakout-Box ist schließlich auf dafür verantwortlich, dass das analoge Signal in ein digitales umgewandelt wird – Stichwort: A/D-Wandler. Auf dem Foto oben sieht man größere XLR-Anschlüsse (In 1 bzw. In 2), an welchen die Kondensatormikrofone angeschlossen werden. Daneben gibt es einen kleinen Schalter (Phantom), über diesen schaltet man die zusätzliche Spannungsversorgung an. Daneben gibt es noch eine Vielzahl weiterer Anschlüsse, wie die Klinkensteckplätze für die übrigen Mikrofone. Außerdem sieht man noch MIDI-Ein- und Ausgänge. Über diese lassen sich (mit Hilfe eines MIDI-Keyboards) virtuelle Instrumente steuern.

  • Ein Audio-Interface
  • M-Audio Profire 2626

Fotos (v.l.n.r): Derek K. Miller, SystemF92

Ein Audio-Interface beinhaltet letztlich die Soundkarte und Breakout-Box in einem. Bei der Wahl des richtigen Interfaces sollte darauf geachtet werden, dass diese ebenfalls über die 48V-Phantomspeisung verfügen. Wir benötigen also einen PC oder einen Hardware-Recorder und ein Audio-Interface mit Phantomspeisung (für die Overhead-Mikrofone). Empfehlenswerte Audio-Interfaces für die Schlagzeugaufnahme:






Recording-Software

Inzwischen gibt es eine ganze Palette an verfügbarer Software: Logic von Apple, Cubase von Steinberg, Ableton und natürlich das kostenlose Audacity. Mit solchen Audio-Sequenzern lässt sich Aufnehmen, Mischen und Mastern. Ich habe viele Jahre lang mit Logic Platinum erfolgreich aufgenommen. Letztlich kommt es auf das Know-how an und da liegt es an Dir. Keine noch so gute Software ersetzt das Wissen desjenigen, der sie bedient. Ganz im Gegenteil: je mächtiger das Programm, desto schwieriger ist das Einarbeiten.
Virtuelle Instrumente gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Diese imitieren real existierende Instrumente wie Gitarren, Orgeln oder auch Schlagzeuge. Daneben gibt es auch viele einzigartige Synthesizer. Mit Hilfe von virtuellen Instrumenten kann man also Elemente in seine Musik einbringen, über die man in Echt nicht verfügt. Die Schwierigkeit bei der Erzeugung der verschiedenen Instrumente liegt jedoch nicht bei der Exaktheit des Klangs, sondern bei der Dynamik eines realen Spielers. Einen (billigen) Drumcomputer erkennen wir sofort. Einfach aus dem Grund, weil er total monoton und zu sauber gespielt klingt. Ein echter Schlagzeuger trifft nicht immer exakt die Mitte des Fells und auf ein Hundertstel Sekunde genau. Hier gilt es die Eigenschaften eines menschlichen Musikers zu imitieren, was oftmals kostspielig wird. Dennoch gibt es viele tolle Plugins, welche auch ich beim Recording verwende. Diese werden über die Recording-Software mit eingebunden. In diesem Zusammenhang trifft man auf den Begriff VST, was für Virtual Studio Technology steht. Dies ist eine von der Firma Steinberg für Cubase entwickelte Schnittstelle, um virtuelle Instrumente oder Effekte in einem Audio-Sequenzer nutzen zu können. Innerhalb des Aufnahmeprogramms kann man so externe virtuelle Instrumente hinzuladen und als eigenständige Audiospur in einem Song verwenden. Diese VST-Plugins lassen sich jedoch nicht nur in Cubase verwenden, auch andere Sequenzer (zum Beispiel Logic) bieten diese Möglichkeit inzwischen. Möchten man zum Beispiel mit Hilfe eines Plugins, welches verschiedene klassische Instrumente enthält, ein Orchester nachbauen, lädt man das Plugin mehrfach in den Audiosequenzer. Auch hier hat man nun mehrere von einander unabhängige Tonspuren, welche einzeln eingespielt werden. Hat man nun mehrere Instrumente eingespielt (über ein MIDI-Keyboard oder durch erstellen der einzelnen Noten per Mausklick), werden beim sogenannnten Mixdown alle Instrumente parallel gespielt. Dies kann je nach Anzahl der Instrumente (und wenn zum Beispiel noch Dein reales Drumset mit mehreren Spuren dabei ist) dem Computer einiges abverlangen.
Neben den virtuellen Instrumenten gibt es auch noch weitere Effekte, mit welchen sich die Musik gearbeiten lässt: zusätzlicher Hall, Kompressoren, Equalizer usw.








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